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Perspektivenwechsel im Dorfladen Mindelzell

Das Inklusionsprojekt „GrenzenLos“ sensibilisiert für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung

Wie fühlt es sich an, wenn die Hand nicht mehr macht, was der Kopf will? Mit einem Simulationsspiegelkasten bot Claudia Madl vom Inklusionsprojekt „GrenzenLos“ den Kunden des Mindelzeller Dorfladens einen Perspektivenwechsel an.

M i n d e l z e l l / 26. August 2020 – Schnell mal ein paar Besorgungen machen oder einen ausgiebigen Großeinkauf – die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung unterscheiden sich in diesem Punkt nicht von denen unbeeinträchtigter Personen. Dennoch ist Einkaufen für Menschen, die einen Rollator benutzen, sich im Rollstuhl fortbewegen, sehbehindert oder blind sind nicht immer problemlos machbar. Viele kleine und große Barrieren stehen ihnen im Weg. Um für dieses Thema zu sensibilisieren, initiierte Claudia Madl vom Inklusionsprojekt GrenzenLos des Dominikus-Ringeisen-Werks zusammen mit dem Dorfladen Mindelzell einen Aktionstag zu den Themen Inklusion und Einkaufen mit Handicap.

Selen Simsek und Peter Bochnig waren als Experten in eigener Sache vor Ort und unterstützten das Aktion Mensch geförderte Inklusionsprojekt. Sie zeigten, dass es nicht nur für bewegungseingeschränkte Personen Barrieren gibt. Auch ein Preisschild mit sehr kleiner Schrift oder ein komplexer Text kann eine Barriere darstellen. Die beiden gaben Tipps und Anregungen zum Thema Leichte Sprache, ausreichend breiten Durchgängen und gut lesbaren Preisschildern.
Viele der Kunden des Dorfladens ließen sich auf diesen spannenden Perspektivenwechsel ein. Sie erlebten selbst mit Simulationsbrillen, die eine Sehbehinderung simulieren, mit einem Rollstuhl, einem Rollator oder gar komplett blind mit Blindenstock eine Einkaufserfahrung mit Handicap. Besonders beeindruckt waren die Kunden von einem sogenannten Simulationsspiegelkasten. „Dieser simuliert eine Demenzerkrankung. Die Hand macht nicht mehr das, was der Kopf will“, erklärt Projektleiterin Claudia Madl. „So konnten wir am inklusiven Aktionstag viele Kunden für die Belange von Menschen mit Behinderung sensibilisieren und so ein Umdenken in Richtung einer inklusiven Gesellschaft fördern“, so Madl.
„Vor allem für Senioren und Menschen mit Beeinträchtigung ist eine wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln wichtig, damit sie so lange wie möglich hier leben können“, sagt Georg Schmid, der Vorstand des Dorfladens Mindelzell, der den Aktionstag zusammen mit der Beirätin Gisela Pfannenstiel und der Marktleiterin Alexandra Keisinger unterstützte. Vor allem Senioren, Familien mit Kinderwagen und Menschen mit Behinderung profitieren von den barrierearmen Einkaufsmöglichkeiten im Dorfladen Mindelzell.

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