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Neustart im Café „Nimm Platz“ am Krumbacher Marktplatz

Wie die Mitarbeiterinnen die Krise gemeistert haben und was jetzt alles neu ist

Noch laufen die Vorbereitungen für die Neueröffnung am Donnerstag: Martina Höfle, Claudia Schleef und Anna Kruglak (v. l) freuen sich, endlich wieder Gäste begrüßen zu dürfen.

K r u m b a c h / 17. August 2020 – Am Donnerstag, 20. August eröffnet das Café „Nimm Platz“ am Krumbacher Marktplatz nach einer langen Zwangspause endlich wieder seine Türen. „Corona hat auch uns fest im Griff gehabt“, sagt Martina Höfle, die das Café seit Oktober letzten Jahres leitet. „Das war schon ziemlich hart, von jetzt auf gleich schließen zu müssen.“ Untätig waren Martina Höfle und ihr Team jedoch nicht: „Wir haben in den letzten Monaten täglich Mittagessen für die Wohneinrichtungen des Dominikus-Ringeisen-Werks in Krumbach gekocht, um diese in der Hochphase der Krise zu entlasten.“ Rund 70 Portionen waren dies täglich, die die Mitarbeiterinnen des Café „Nimm Platz“ täglich frisch zubereitet haben.

Neues Design und neues Konzept
Auch eine geplante Umbaumaßnahme konnte vorgezogen werden. „Wir haben unsere Sitzbereiche sprichwörtlich aufgemöbelt, einen neuen Boden verlegt und den Raum gemütlich gemacht“, sagt Martina Höfle. Eine tolle, neue Errungenschaft ist, dass sich eine der beiden großen Schaufensterschreiben zum Marktplatz hin öffnen lässt. „Damit haben wir jetzt im Sommer auch im Café ein Stück ‚Marktplatz-Flair‘“, freut sich Martina Höfle. Eine Ecke des Cafés bietet ab sofort hochwertige Produkte an, die von Menschen mit Behinderung aus den Werk- und Förderstätten des Dominikus-Ringeisen-Werks hergestellt wurden.
Auch das Angebot an Speisen und Getränken wurde weiterentwickelt. Neben dem täglich wechselnden Mittagessen und den selbstgebackenen Kuchen gibt es in Zukunft auch ein Frühstücksangebot.

„Unser Ziel ist es, gesundheitsbewusst zu kochen. Wir versuchen, möglichst viel selbst herzustellen und regionale Zutaten zu verwenden, möglichst in Bio-Qualität. Bei unseren Kuchen verwenden wir nur noch Dinkelmehl“, sagt Martina Höfle. Lachend fügt sie hinzu: „Und wir kochen mit ganz viel Liebe.“  Dass dies so ist, davon kann man sich regelmäßig auf Facebook und Instagram überzeugen. Dort veröffentlicht das Café „Nimm Platz“ regelmäßig das aktuelle Angebot.

Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung
Zum Team gehört neben Anna Kruglak, die für die Küche verantwortlich ist, auch Claudia Schleef. Die 33-jährige arbeitet im Service und an der Theke des Café. Claudia Schleef ist im Rahmen ihres Arbeitsverhältnisses in der Werkstatt für behinderte Menschen dort tätig und freut sich über die abwechslungsreiche Tätigkeit: „Die Arbeit mit unseren Gästen macht mir Spaß, jeder Tag ist ein bisschen anders. Das ist mein Traumjob.“

Rebecca Imminger von den Dominikus-Ringeisen-Werkstätten koordiniert die Arbeitsplätze, die außerhalb der Werkstatt angeboten werden. Sie freut sich, dass Claudia Schleef im Café „Nimm Platz“ einen Arbeitsplatz gefunden hat: „Ein Arbeitsplatz außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen ist ein erster Schritt in Richtung des allgemeinen Arbeitsmarktes. Die berufliche Teilhabe ist dabei, neben der persönlichen Weiterentwicklung, das wichtigste Ziel. Die Beschäftigten lernen so die Strukturen eines regulären Arbeitsverhältnisses kennen und werden dabei pädagogisch begleitet.“ Mittelfristig sollen im Café „Nimm Platz“ auch noch weitere Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstehen.

Ein Ort der Begegnung
Vor fünf Jahren wurde das Café mit dem Ziel eröffnet, einen Begegnungsort für Menschen mit und ohne Behinderung zu schaffen. Erreicht wird das auch dadurch, dass zwei Gruppen der Förderstätte im Gebäude eine Tagesstruktur für Menschen mit Behinderung anbieten. So ergeben sich immer wieder ganz zwanglos Gespräche und Begegnungen.
Auch der erste Bürgermeister der Stadt Krumbach, Hubert Fischer, freut sich über die Neueröffnung. „Das Café „Nimm Platz“ im Herzen der Stadt Krumbach ist ein Ort, an dem man sich begegnet, an dem nicht die Unterschiede, sondern das Gemeinsame zählt.“ Das sieht auch Martina Höfle so: „Es sollte in unserer Gesellschaft keine Rolle spielen, ob jemand eine Behinderung hat, ob jemand im Rollstuhl sitzt oder eben nicht. Im „Nimm Platz“ ist es möglich sich auf Augenhöhe zu begegnen.“

Geöffnet hat das Café „Nimm Platz“ von Montag bis Donnerstag von 8.30-16 Uhr und am Freitag von 8.30-14.30 Uhr.

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