Dominikus-Ringeisen-Werk
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Gegen Bluttest auf Trisomie als Kassenleistung

Das Dominikus-Ringeisen-Werk befürchtet mehr Schwangerschaftsabbrüche und noch größeren Druck auf werdende Eltern

Der Vorstandsvorsitzende des Dominikus-Ringeisen-Werks, Walter Merkt.

U r s b e r g / 11. April 2019 – Das Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW), eine der größten Einrichtungen der Behindertenhilfe in Bayern, wendet sich gegen die Aufnahme von Bluttests zur Bestimmung von Trisomie in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. „Wir gehen davon aus, dass dadurch die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Kindern mit Down-Syndrom steigt“, so der Vorstandsvorsitzende des DRW, Walter Merkt. „Der Mensch ist jedoch ein Geschöpf Gottes.“ Daran bemesse sich sein Wert und nicht daran, ob er einer bestimmten Norm entspricht. Vielmehr müsse die Gesellschaft für das Lebensrecht von Menschen mit Behinderung eintreten, um ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. „Wir sollten gerade die Schwächsten in der Gesellschaft im Auge haben und ihnen unseren Schutz bieten. Menschen mit Behinderung bereichern unser Zusammenleben, gerade weil sie uns deutlich machen, dass das Leben nie perfekt sein wird. Sie stehen für die Vielfalt und den Lebenswert unserer Gemeinschaft, für Solidarität und Mitmenschlichkeit und für die Würde des Lebens.“

Merkt befürchtet eine zunehmend unkritische Haltung gegenüber der Frage, ob ein Mensch mit Behinderung leben dürfe oder nicht. „Wir müssen die Sichtweise vermeiden, dass es einen Automatismus, eine Selbstverständlichkeit vom Bluttest bis hin zur Abtreibung gibt. Dafür sollte die Gemeinschaft der Versicherten nicht zahlen müssen.“ Neben den Ungeborenen seien unbedingt auch die werdenden Eltern in der Diskussion im Blick zu behalten. „Wir wissen von vielen Eltern von Kindern mit dem Down-Syndrom, dass sie sich immer wieder der Frage ihrer Umwelt aussetzen müssen, warum sie ihr Kind überhaupt bekommen haben. Der Bluttest erhöht unzweifelhaft den psychischen Druck auf werdende Eltern.“ Laut Merkt ist es wichtig, Eltern vor und nach der Geburt entsprechende Unterstützungsangebote zu machen. „Sie sollen wissen, dass sie von Anfang an in den herausfordernden Situationen mit ihrem behinderten, aber von Herzen geliebten Kind nicht alleine gelassen werden.“

Caritas: Ein verheerendes Signal
Auch der Verein Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) spricht sich vehement gegen eine Regelfinanzierung von Bluttests aus. Laut Pressemitteilung des Fachverbands widerspricht diese ohne medizinische Indikation den Prinzipien der gesetzlichen Krankenversicherung – „dies wäre aber ein verheerendes Signal für die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung“. Gerade im zehnten Jahr nach Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland sei es dagegen staatliche Aufgabe, für die Wertschätzung von Menschen mit Behinderung und ihren Beitrag zur Gesellschaft einzutreten, statt diese auszugrenzen und zu diskriminieren, so der CBP.

DRW: Immer weniger Menschen mit Down-Syndrom
Weltweit leben zirka fünf Millionen Menschen mit Down-Syndrom, rund 50.000 in Deutschland. Schätzungen zufolge werden schon heute neun von zehn Kindern, bei denen vor der Geburt das Down-Syndrom diagnostiziert wird, abgetrieben. Das wirkt sich nach Angaben von Wolfgang Tyrychter, Leiter des Vorstandsressorts Teilhabe und Assistenz des DRW bereits deutlich aus: „Meine persönliche Beobachtung über viele Jahre ist es, dass die Anzahl der Menschen mit diesem Behinderungsbild in unseren Einrichtungen eindeutig rückläufig ist. Während diese Personengruppe vor etwa 25 Jahren in unseren Wohneinrichtungen noch häufig vorkam und in manchen Wohngruppen die überwiegende Behinderungsform ausmachte, sind diese Menschen mittlerweile eher die Ausnahme.“ Bis vor wenigen Jahren konnte man nur durch invasive Methoden, der Entnahme von Mutterkuchengewebe ab der 12. oder einer Fruchtwasseruntersuchung ab der 16. Schwangerschaftswoche, die Behinderung bestimmen. Im Risikofall werden diese Eingriffe von den Kassen gezahlt.

Durch Bluttest keine völlige Gewissheit
Erstmals berät der Bundestag heute (11. April 2019) in einer Orientierungsdebatte über dieses Thema. Im Spätsommer entscheidet dann der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken, das höchste Entscheidungsgremium im Gesundheitswesen, ob ein Bluttest ab der zehnten Schwangerschaftswoche von den Kassen bezahlt werden muss. Zurzeit müssen Eltern, die einen Bluttest durchführen möchten, dafür selbst aufkommen. Inzwischen liegen die Kosten für einen Test zwischen 129 und 299 Euro je Hersteller. Schon heute übernehmen einige Krankenkassen auf Antrag die Kosten für einen Bluttest. Kritiker bemängeln, dass der Präna-Test keine völlige Gewissheit schaffen könne. Riskante, invasive Eingriffe müssten ggf. weiterhin dazukommen. Außerdem fordern sie, den Test erst ab der 12. Schwangerschaftswoche durchführen zu lassen, bis zu der Abtreibungen straffrei möglich sind. Dieses Vorgehen soll eine bessere psychologische Beratung zum Down-Syndrom ermöglichen.

Das Schwerpunktthema „Trisomie 21“ in der Ausgabe des DRW-Magazins GEMEINSAM 1/2018: www.gemeinsam.drw.de

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