Dominikus-Ringeisen-Werk
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Chile „in voller Länge“ im Vermessungsamt Günzburg

Beeindruckende Vernissage der Ausstellung „Grenzen überwinden“ zweier gehörloser Künstler aus Ursberg

Die Organisatoren und Künstler der Vernissage: Markus Landherr (Referat Öffentlichkeitsarbeit DRW), Ingrid Schmitt (Wohngruppenleiterin DRW), Künstler Alois Langenstein, Künstler Werner Soyer, Peter Lauber (Leiter Vermessungsamt Günzburg) und Josef Liebl (Vorstandsmitglied DRW) vor dem Werk "Kuba" (v. l.)

G ü n z b u r g / 8. April 2019 – Mit Werken von Werner Soyer (68) und Alois Langenstein (72) hat das Amt für Digitalisierung Breitband und Vermessung Günzburg (Vermessungsamt) unter dem Titel „Grenzen überwinden“ am vergangenen Freitag seine inzwischen 11. Kunstausstellung eröffnet. Die beiden Künstler, die in einer Wohngemeinschaft im Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg leben, sind gehörlos und gestalten Kartendarstellungen von jedem erdenklichen Land der Erde. Die Ausstellung wird bis Ende Juli 2019 zu besichtigen sein.

„Kunstausstellungen haben bei uns Tradition“, sagte Amtsleiter Peter Lauber, der in seiner Behörde zweimal pro Jahr Künstler zu Gast hat. Diesmal gab es jedoch eine Premiere: Wohl noch nie waren die ausgestellten Kunstwerke für das Vermessungsamt passender als diesmal.
Lauber brachte es auf den Punkt: „Gäbe es einen besseren Ort, Landkarten auszustellen, als ein Vermessungsamt?“ Die diesbezügliche Bewertung überließ er den zahlreich erschienenen Besuchern. Diese konnten sich ein umfassendes Bild von den rund 25 ausgestellten Werken machen, die sich im Gegensatz zum Aktionsradius der Behörde teilweise weit außerhalb der bayerischen Landesgrenzen bewegen. Diese reichen von kleinformatigen Darstellungen einzelner Inseln im Pazifik bis zum überlebensgroß dargestellten Bundesland Bayern, das extra für die Ausstellung angefertigt wurde.

In seiner Begrüßung wies Lauber auch darauf hin, dass bei Kunstausstellungen im Vermessungsamt niemals Routine aufkomme. Jede Ausstellung und jeder Künstler sei etwas Besonderes. Mit der aktuellen Schau „Grenzen überwinden“ ergänzten sich die unterschiedlichen Ansätze von amtlicher Vermessung und künstlerischer Freiheit perfekt. Im Vermessungswesen gehe es darum, jedes Gebäudeeck, jeden Grenzstein und jedes Gewässer zentimetergenau zu erfassen und mit Hilfe hochmoderner Programme daraus Landkarten zu erzeugen. Die Künstler Werner Soyer und Alois Langenstein hingegen ließen bei der Erstellung ihrer Karten ihrer Phantasie freien Lauf. Jede ihrer Karten sei ein Einzelstück, ein Kunstwerk. In diesem Zusammenhang zitierte Peter Lauber Albert Einstein, der meinte, Phantasie sei wichtiger als Wissen, denn Wissen sei begrenzt. Lauber zeigte sich fasziniert von den teils detaillierten Darstellungen und den von den Künstlern gesetzten Schwerpunkten: „In Ansbach ist eine Metzgerei und eine Blutwurstfabrik dargestellt. In München und Augsburg wurden die dort ansässigen Brauereien mit aufgenommen, wobei Augsburg hier spannenderweise dominiert“. Die Vernissage biete die Gelegenheit, Gegensätzliches zusammenzubringen. Dinge, die sonst niemals zusammenkommen würden, Menschen die sich sonst vielleicht niemlas treffen würden. Daraus könne Energie, Kreativität, Neues oder auch Kostbares entstehen, so Lauber. Kreativ war dann auch Dragan Kostic tätig, der die Veranstaltung virtuos am Klavier begleitete.

Für Werner Soyer und Alois Langenstein ist es die erste größere Ausstellung. Im vergangenen Jahr waren die beiden auf der Krumbacher Kunstnacht vertreten. Bei ihrer künstlerischen Tätigkeit haben die beiden klar definierte Aufgabenbereiche: Während Werner Soyer das Zeichnen der Karte sowie die Beschriftung übernimmt, kümmert sich Alois Langenstein um die farbliche Ausgestaltung. Die beiden haben schon viele bunte Kartendarstellungen geschaffen. Manche in Postkartengröße, manche auch fast einen Quadratmeter groß. Zur Ausstellungseröffnung zeigten die beiden ihr Werk „Chile“ das rund fünf Meter lang ist. Dafür habe man keinen passenden Bilderrahmen gefunden, erzählte die Wohngruppenleiterin Ingrid Schmitt schmunzelnd. Mittels Gebärdensprache interviewte sie die beiden Künstler, die sich dann den Besuchern vorstellten. Doris Steppich vom Gebärden- und Kommunikationsteam des Dominikus-Ringeisen-Werks übersetzte deren Ausführungen für die Besucher. Werner Soyer gab zu verstehen, dass er am liebsten in jedes der Länder, die er bereits gezeichnet hat, reisen würde. Ganz oben auf der Wunschliste stehe China. Für Alois Langenstein haben Farben eine tiefe Bedeutung. Seine Leidenschaft ist es, zu dem Land die passende Farbgebung zu kombinieren. Beide freuten sich sehr über die Möglichkeit, die Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und hatten zum Dank für Peter Lauber eigens das Bild „Günzburg und Umgebung“ angefertigt, das sie ihm als Geschenk überreichten.

Für Markus Landherr vom Referat Öffentlichkeitsarbeit des Dominikus-Ringeisen-Werks hat der Ausstellungstitel „Grenzen überwinden“ eine tiefe Bedeutung: „Uns ist es wichtig, dass Menschen mit und ohne Behinderungen in unserer Gesellschaft als gleichberechtigt wahrgenommen werden und teilhaben können. Diese Ausstellung hilft dabei, mentale und physische Grenzen zu überwinden. Wir freuen uns, dass wir mit Peter Lauber einen sehr aufgeschlossenen und unkomplizierten Kooperationspartner gewinnen konnten, der unsere Intention unterstützt.“

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Vermessungsamts (Montag - Donnerstag 8.00 Uhr - 16.00 Uhr, Freitag 8.00 Uhr - 12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung) besichtigt werden. Die Künstler und das Vermessungsamt freuen sich auf zahlreiche interessierte Besucher der Ausstellung. Gegen eine Spende für die beiden Künstler, die damit ihr Hobby finanzieren, sind die Werke im Vermessungsamt zu erwerben.

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