Dominikus-Ringeisen-Werk
Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Sie befinden sich hier: Aktuelles »


Seitennavigation

Navigation überspringen

Generische Inhalte

Teaser Inhalte

Hauptinhalte

Suche

Unterinhalte


Inhalt der aktuellen Seite

Veranstaltungen

27.09.2019: Offenes Singen in Ursberg
» mehr

25.10.2019: Offenes Singen in Ursberg
» mehr

Schnell und sicher online spenden!
Folgen Sie uns auf Facebook!
Folgen Sie uns auf Instagram!
Folgen Sie uns auf Youtube!
Melden Sie sich für unseren Newsletter an!




Ursberger Laden

Anzünder für Kamin und Grill

Dieser Anzünder ist für jeden Kaminofen geeignet. Sie benötigen kein Anmachholz. Mühevolles klein...

» mehr

Pascal sucht „seine“ Familie

Seine Familie kann man sich nicht aussuchen – so heißt es gemeinhin. Was aber, wenn man genau das will, eine Familie suchen, bei der man wohnen, mit der man leben möchte, weil man noch nie eine hatte?

Landkreise Günzburg und Neu-Ulm / 26. März 2019 – Für Pascal W., 19 Jahre, würde ein großer Traum in Erfüllung gehen, wenn er eine Familie fände. Denn es ist bei ihm nicht wie bei jungen Erwachsenen seines Alters, die den aufkeimenden Wunsch verspüren, endlich auszuziehen von Zuhause, mal Abstand zu gewinnen von etwas zu fürsorglichen Eltern. Sein Ziel ist es, einzuziehen. Er möchte ein Familienmitglied werden bei Menschen, die er heute noch gar nicht kennt.

Pascal hatte nicht das Glück, in einer intakten Familie groß zu werden. Seine Mutter war damit überfordert, einen Säugling zu versorgen. Pascal kam zu einer Pflegefamilie. Anschließend wuchs er in zwei Kinderheimen auf. Seit fünf Jahren wohnt er im Heilpädagogischen Heim für Kinder und Jugendliche des Dominikus-Ringeisen-Werks in Günzburg. Kontakt zu Mutter und Vater hat er nicht. Rechtliche und finanzielle Dinge bespricht er mit seinem gesetzlichen Betreuer, der in Thannhausen wohnt.

Pascal hat ein klar umrissenes Berufsziel. „Ich werde eine Ausbildung zum Betreuungshelfer machen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, einmal als Erzieher zu arbeiten“, sagt er. Im September startet er die Ausbildung im Berufsbildungswerk Ursberg. Spätestens dann will er ausgezogen sein aus der Einrichtung in Günzburg.  Wunsch ist: „Ich hätte gerne eine normale, richtige Adresse.“ Pascal hat es immer wieder erlebt, dass, wenn er neue Leute kennengelernt hat, er auch danach gefragt wird, wo er wohnt. „Mit einer Heimadresse bist du da gleich abgestempelt“, berichtet er.

Sein Betreuer hatte einen Vorschlag für ihn: Betreutes Wohnen in Familien. Das gibt es in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm sowie im Landkreis und in der Stadt Augsburg. Dieses Programm, das vom Regierungsbezirk Schwaben finanziert wird, ist ein Angebot des Dominikus-Ringeisen-Werks für Menschen mit Handicap, die nicht in stationärer oder ambulanter Betreuung leben möchten. Fachpersonal hilft, die geeignete Gastfamilie zu finden und bleibt auf Wunsch ständiger Berater und Begleiter.

Das wäre genau das richtige für ihn, meint Pascal. Er kann sich gut vorstellen, eine Familie etwa in Krumbach oder Thannhausen zu finden, die ihm mehr gibt als nur eine Bleibe. Pascal charakterisiert sich so: „Ich bin nicht schüchtern und rede gerne. Ich treffe mich sehr gerne mit Freunden und unternehme etwas.“ Und: „Ich habe viel Geduld. Mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe.“ Er fährt so oft es geht Fahrrad und spielt Fußball, fährt Long- und Skateboard. Bald hat er auch seinen Mofa-Führerschein. Zusammen mit einem gebrauchten Zweirad soll er ihn unabhängiger machen. Seine große Leidenschaft gehört allerdings dem Kart-Fahren. Auf der Bahn in Günzburg hat er schon einige Schleifen gedreht und seine Geschicklichkeit im Umgang mit Gastpedal und Lenkrad bewiesen.

Pascal hat nicht viel, was er mitbringen würde in sein neues Zuhause. Ein Möbelstück muss allerdings hineinpassen in sein neues Zimmer: seine Couch. „Auf der schlafe ich so richtig gut und ohne Rückenschmerzen zu bekommen“, schwärmt er. Seine zwei Fahrräder und natürlich seinen PC würde er einpacken. Ein „Gamer“, also einer, der den ganzen Tag am Computer oder an der Spielkonsole sitzt, sei er nicht. „Schule, heimkommen, essen, raus“, skizziert er kurz seinen Tagesablauf. „Beim Essen lege ich mein Smartphone weg.“ Gute Gespräche sind im wichtiger als Kurznachrichten. Wäschewaschen hat der junge Mann bereits ebenso gelernt, wie kochen und backen. „Hefezopf kann ich richtig gut.“

Pascal möchte sein Foto nicht abgedruckt sehen. Aufgrund seiner negativen Erfahrungen ist ihm das lieber. Dem Reporter gegenüber sitzt ein eloquenter, gut aussehender junger Mann in Hemd, mit Brille und einer Baseball-Kappe auf dem Kopf. Er hat seine Lebensgeschichte reflektiert und ist darüber nicht bitter geworden. Er schaut gespannt in die Zukunft und weiß, was ihm wichtig ist im Leben. Pascal mag zwar mit kleinem Gepäck umziehen. Aber er bringt ein ganz großes Herz mit für die Menschen, die ihn in ihrer Familie aufnehmen wollen.

Betreutes Wohnen in Familien: Die sechs Schritte zur neuen Familie

  • Interessierte, sowohl Gast als auch Gastfamilie, melden sich bei der Dienststelle des Betreuten Wohnens.
  • Die interessierte Gastfamilie erhält ein unverbindliches, allgemeines Infogespräch. Ein Fragebogen bietet die Möglichkeit, sich in Ruhe zu Hause über die eigenen Vorstellungen und Grenzen Gedanken zu machen.
  • Treffen sich Angebot und Nachfrage, folgt ein erstes Kennenlernen von Gast und Gastfamilie auf neutralem Boden.
  • Nach positiven Rückmeldungen treffen sich Gast und Gastfamilie alleine, ebenfalls an einem neutralen Ort.
  • Ist auch dieses Treffen gut gelaufen, erfolgt eine Einladung des Gastes in das neue Wohnumfeld.
  • Ist man sich einig, kann die Maßnahme beim Bezirk beantragt werden.

Neben der Begleitung durch ein Fach-Team erhält die Gastfamilie vom Leistungsträger ein monatliches Betreuungsgeld, und die Erstattung von Miet- und Nebenkosten. Eine Beteiligung des Gastes an den Lebenshaltungs- und Haushaltskosten kann individuell vereinbart werden.

Kontakt für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm:
Dominikus-Ringeisen-Werk
Betreutes Wohnen in Familien
Isabella Kammel
Telefon 08282 8003302
E-Mail: bwf@drw.de

<- Zurück zu: Pressemitteilungen