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Perspektivenwechsel für Schüler am Krumbacher Gymnasium

Zwei Besuche und eine Umfrage: Zehntklässler beschäftigen sich intensiv mit dem Themenfeld „Behinderung“

Teil des Projekts mit dem SKG war ein Besuch des inklusiven Cafés Nimm Platz am Krumbacher Marktplatz: Die Schülerinnen und Schüler kamen dort ins Gespräch mit Gesamtleiter Reinhard Gugenberger und Petra Haug (4. v. r.).

K r u m b a c h / 6. Februar 2019 – Den Optimismus und die positive Grundhaltung, die Petra Haug ausstrahlt, ist beeindruckend. Insbesondere dann, wenn man mehr über das Schicksal der 55-jährigen erfährt. Nach einer Hirnblutung sitzt die gelernte Konditorin seit 15 Jahren im Rollstuhl. Ein eigenständiges Leben ist für sie nicht mehr möglich. Petra Haug hat kein Problem damit, über ihre Lebensgeschichte zu berichten. Gerne erzählt sie auch mal einen Witz. Das löst die Anspannung der Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe des Simpert-Krämer-Gymnasiums, die an diesem Vormittag zu Gast im Haus Anselm in der Brunnenstraße in Krumbach sind. Hier lebt Petra Haug seit vier Jahren. Die Einrichtung ist Teil des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW) und begleitet Menschen mit erworbener Hirnschädigung. Im Rahmen eines Projekts im Fach Ethik möchten die Schülerinnen und Schüler in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung eintauchen und mehr über deren Erfahrungen lernen.
 
Im Gespräch mit Petra Haug wird das Thema Behinderung konkret und greifbar: „Ich hatte ein ganz normales Leben wie ihr auch“, sagt sie. „Mein Hobby war Kunstturnen und natürlich habe ich mich als Mutter um meine drei Kinder gekümmert. Von einem Tag auf den anderen war aber alles anders“. Nach Notfallversorgung und Behandlung im Krankenhaus ist ihr altes Leben Geschichte. Sie zieht bei ihren Eltern ein, die sich fortan um sie kümmern. Bei aller Dramatik ist es für die Schülerinnen und Schüler beeindruckend, wie selbstbewusst Petra Haug mit ihrem Handicap umgeht. Auch dem Schüler Hüseyin Sönmez imponiert diese starke Persönlichkeit. Für ihn ist es schwer vorstellbar, wie er selbst mit so einer Situation umgehen würde. Man mache sich im Alltag ja eigentlich keine Gedanken darüber. „Behinderung kann jeden treffen, niemand ist davor gefeit“, sagt Reinhard Gugenberger, Gesamtleiter des DRW in Krumbach. Er begrüßt das Projekt mit dem SKG. „Es kann dazu beitragen, eine andere Sichtweise auf das Leben zu bekommen und den Blick dafür zu schärfen, wie Menschen mit und ohne Behinderung in unserer Gesellschaft zusammenleben“, sagt er.

Das Projekt hilft, Berührungsängste abzubauen
Initiiert wurde das Treffen in Haus Anselm vom Inklusionsprojekt „Grenzenlos“, das in den Gemeinden Krumbach, Ursberg, Thannhausen, Balzhausen, Münsterhausen und Ziemetshausen Inklusion fördern möchte und von Mitarbeiterinnen des DRW geleitet wird. Ziel ist es, Menschen mit und ohne Behinderung zu vernetzen und Inklusion in allen Lebensbereichen voranzutreiben. Die begleitenden Lehrkräfte Imrgard Roth-Baxa und Ralf Huber-Denzel empfinden das Projekt als Bereicherung für den Unterricht. „Inklusion spielt an unserer Schule eine große Rolle. Wir begleiten einige Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Hörschädigungen. Damit ist das Thema Handicap auch an der Schule präsent. Trotzdem hat der Kontakt mit Menschen mit erworbener Hirnschädigung unsere Projektgruppe nachhaltig bereichert“, sagt Irmgard Roth-Baxa. Das Projekt helfe dabei, Berührungsängste und Unsicherheiten abzubauen Bereits im letzten Jahr waren Menschen mit Behinderungen zu Gast im Gymnasium und berichteten dort von ihren Erfahrungen. Außerdem führten die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie eine Umfrage zum Thema Inklusion in Krumbach durch und werteten die Ergebnisse aus. Dabei wurde deutlich, dass die meisten Befragten Inklusion als elementar für eine Gesellschaft erachten. Dennoch sehen sie viele als komplexen Prozess, der auch zu Überforderung führen kann und bei dem noch viele Hürden aus dem Weg zu räumen sind. Petra Haug sieht das pragmatisch: „Ich lebe heute. Um die Vergangenheit und um die Zukunft mache ich mir keine Sorgen.“

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