Dominikus-Ringeisen-Werk
Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

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Das Dominikus-Ringeisen-Werk begegnet der schmerzlichen Seite seiner Geschichte

Gedenken an seine Euthanasie-Opfer am Ort ihrer Ermordung

Schloss Hartheim bei Linz
Die Enthüllung der Gedenktafel im Innenhof des Schlosses
Die Gedenktafel für die Opfer des Dominikus-Ringeisen-Werks

Der Abstand von zweiundsiebzig Jahren schrumpfte bei der direkten Begegnung vor Ort zur Unmittelbarkeit. Eine Reise voller Nachdenklichkeit und Betroffenheit, aber auch eine schmerzliche Konfrontation mit einer unglaublichen historischen Wahrheit erlebten Mitarbeiter, Betreute und Schwestern des Dominikus-Ringeisen-Werkes und der St. Josefskongregation beim Besuch der Euthanasie-Gedenkstätte Schloss Hartheim in Alkoven bei Linz in Österreich.
Es galt der 199 Menschen mit Behinderungen (von insgesamt 379) aus Ursberg, Kloster Holzen und Maria Bildhausen zu gedenken, die in der Zeit von Mai 1940 bis August 1941 dort getötet wurden. Für die 120 Besucher wurde es ein schwerer Gang an einen unfassbaren Ort.
Schloss Hartheim, 70 Kilometer östlich von Passau gelegen, eines der bedeutendsten oberösterreichischen Renaissance-Schlösser, ist heute eine Gedenkstätte für über 30000 Opfer nationalsozialistischer Verfolgung. 18269 Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung wurden im Rahmen des Euthanasie-Programmes ermordet. 199 davon kamen aus den Einrichtungen des Dominikus-Ringeisen-Werks.
Ursprünglich war das Schloss eine Pflegeanstalt für behinderte und psychisch kranke Menschen, ab 1939 wurde es zu einer Residenz des Todes, der Folter und Qualen umfunktioniert.
Der Weg der Besucher durch die Räume der Anstalt war ein Hineingehen in das Unglaubliche, Unmenschliche. Beim Rundgang durch die Räume traf man statt auf Wohn- und Schlafräume auf Auskleide- und Untersuchungsräume, auf die Gaskammer und einen Raum zur Aufbewahrung der Leichen. Ein Bild zeigt, dass der Rauch des Verbrennungsofens ständig über dem Ort schwebte. Vor dem Ende des Krieges wurde von den Tätern versucht, durch Rückbau der Örtlichkeiten die Untaten zu verschleiern.
Bei der Information durch den Leiter der Gedenkstätte Peter Eigelsberger konnte auch die Sachlichkeit einer Power-Point-Präsentation tiefe Betroffenheit nicht verhindern. Eine beeindruckende, umfangreiche Ausstellung stellte die Entstehung und Umsetzung des nationalsozialistischen Gedankengutes dar.
Die namentliche Aufzählung der ermordeten Betreuten aus dem Dominikus-Ringeisen-Werk erinnerte nachhaltig, dass hinter jedem der 199 Toten eine Persönlichkeit mit Namen, Gesicht und Würde stand. Bei der Vorstellung legte sich tiefe Betroffenheit über die Versammlung und niemand musste sich seiner Gefühle schämen.
Direktor Walter Merkt verlieh der Spiritualität dieser Stunde mit einem beeindruckenden Satz Ausdruck: „Gott weint. Gott weint über das, was Menschen anderen Menschen antun.“ Merkt mahnte, die Leistungsorientierung des Menschen könne zu dem gefährlichen Gedanken führen, dass das Leben dessen wertlos ist, der diese Leistung nicht erbringen kann. Er hielt dem entgegen: „Uns alle eint, dass wir Kinder Gottes sind. Allein dieser Gedanke ist Leben spendend“.
Still, andachtsvoll und getragen von einem tiefen Ernst versammelten sich die Besucher, die bei dieser Fahrt auch zu einer Gemeinschaft zusammenrückten, im Innenhof des Schlosses zum abschließenden Gedenken.
An der Seite der bereits bestehenden Erinnerungstafeln für Menschen aus ganz Europa enthüllte Generaloberin Sr. M. Edith Schlachter CSJ die Marmorplatte für das Dominikus-Ringeisen-Werk. In ihrer Ansprache bekräftigte sie mit Blick auf die Gegenwart: „Der Schutz und die Achtung jeden Lebens in den verschiedenen Situationen und allen Altersstufen sind der St. Josefkongregation und dem Dominikus-Ringeisen-Werk Selbstverständnis und steter Auftrag.“
Für die Mitarbeiter legten Margit Buchberger und Roland Jochum ein Gebinde nieder. Die Gemeinde Ursberg vertraten die Gemeindräte Konrad Bestle und Peter Kapfer. Sie riefen auch die Verantwortung der politischen Gemeinschaft ins Gedächtnis: „Sie waren Bürger unserer Gemeinde“.Heinz Helfert, ein Betreuter, sprach am Ende des Gedenkens allen aus dem Herzen: „Wie bin ich froh, dass ich nicht damals gelebt habe!“

Voll Anteilnahme und Betroffenheit klang das gemeinsame Lied, das Dietrich Bonhoeffer im Gefängnis vor seinem Tod verfasst hat, zum Abschluss durch den Hof des Schlosses, das für so viele Menschen ein Ort des Grauens geworden war: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“.

Konrad Bestle

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