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Mit den Händen sehen

Blinde und Sehende begreifen Kunst in Pfaffenhausen

Der Aufforderung, die Kunstwerke zu berühren, kamen Oksana Spreier und Michaela Manz (von links) gerne nach. Sie ertasten die Skulptur „Traum“.
Das Abtasten von Kunstwerken - hier eines aus Betonguss - eröffnet auch Sehenden eine neue „Sichtweise“.

In Kunstausstellungen etwas zu berühren, kann schon mal einen Alarm auslösen. Dass man jedoch ausdrücklich die Bitte liest, Kunstwerke zu betasten, ist wohl die Ausnahme. Vor vier Jahren gab es in Pfaffenhausen schon einmal dieses seltene Angebot. Nun folgt quasi Teil zwei unter dem Ausstellungstitel „Kunst (be)greifen 2014 –für blinde und sehende Menschen“. Gestaltet wird die Ausstellung vom Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW). Gast- und Raumgeber sind die Freunde Pfaffenhausens in der Schranne des Heimathauses. Die Präsentation ist eine harmonische Fortsetzung des Zieles, Kunstwerke Sehenden und Blinden zugleich zu vermitteln und auf beide wirken zu lassen. Es sind 23 Exponate, die drei Künstlerinnen und ein Künstler aus dem nordschwäbischen Raum geschaffen haben. Die vielfältigen Werke sind der Bildhauerei zuzuordnen, überwiegend gefertigt aus Holz, Bronze, Ton, Beton- oder Steinguss.
Im Rahmen einer feierlichen Vernissage mit eindrucksvoller Musik des Duos „finally found“ wurde die Kunstausstellung eröffnet. Für die Freunde Pfaffenhausens erläuterte Martin Schröder – selbst Kunstpädagoge – die Besonderheit von „Kunst be-greifen“, die beim Betrachter mehrerer Sinne anrege. Dieser könne beim Erleben der Exponate, deren Charakter erfahren und die Arbeit des Bildhauers auf ganz individuelle Weise nachfühlen. Für die Möglichkeit, diese Art der Kunstvermittlung für Blinde und Sehende in der Schranne einem breiten Publikum vorzustellen, bedankte sich DRW-Regionalleiter Konrad Merkl ausdrücklich. Mit dieser Ausstellung starte auch eine Reihe von Veranstaltungen anlässlich des 120-jährigen Bestehens des DRW in Pfaffenhausen in diesem Jahr.
Norbert Schnitzler vom DRW führte als Initiator einfühlsam in die Ausstellung ein. Ihr Ziel sei es, auch blinden Menschen greifbare Kunst zugänglich zu machen Die Intentionen der Künstler würden hier mit der eigenen Vorstellungswelt der Betrachter und der Betaster zusammengeführt. Mit der Vorstellung der Künstler verband Schnitzler auch deren Gedanken oder Impulse aus der jeweiligen Gefühls- und Erlebniswelt.
So gründen bei der freischaffenden Künstlerin Angelika Kienberger aus Emersacker die Werke meist auf einem starken, persönlichen Erlebnis. Dagegen ist das Thema der Kunstgestaltung für die Kunstlehrerin Birgit Rembold aus Günzburg vor allem der Mensch als ein zentraler Bestandteil der Kunst. Petra A. Wende aus Ettenbeuren ist freischaffende Künstlerin; sie müsse, um ein Werk zu machen, betroffen sein. Für sie habe nämlich Kunst etwas mit Erschütterung und tiefem Empfinden zu tun. Gerd Matthias Kaiser aus Kammeltal sieht im Ausloten der Möglichkeiten, die sich als Antworten auf seine inneren Fragen ergeben, den geistige Boden seiner Arbeiten.
Vor diesen verschiedenen Hintergründen, würden, so Schnitzler, die Werke im Dreieck Kunstwerk, Künstler und Betrachter auf recht unterschiedliche Weise „begriffen“ und verinnerlicht werden können. Sein Aufruf: „Bitte greifen Sie zu, um zu be-greifen!“, wurde dann von den Besuchern lebhaft umgesetzt. Dabei ging auch manchem Sehenden auf, was einem entgehen kann, wenn man Kunst nur mit den Augen betrachtet.
Die Ausstellung „Kunst be-greifen 2014 - für blinde und sehende Menschen“ in der Schranne Pfaffenhausen, Hauptstraße 30, ist geöffnet am Sonntag, 15. Juni, und am Sonntag, 22. Juni, jeweils von 13 bis 17 Uhr.

Text und Fotos: Josef Hölzle

Quelle: Mindelheimer Zeitung vom 11.06.2014

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