Dominikus-Ringeisen-Werk
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Wenn die Biker nach Ursberg kommen

Die jährliche Motorradausfahrt für Menschen mit Behinderungen ist mittlerweile fast ein Familientreffen. Für manche war das Ereignis der Beginn einer richtigen Freundschaft

Seit 13 Jahren fahren die beiden zusammen: Gertraud Kili aus Ursberg und Ludwig Rupp aus Schrobenhausen.

Ursberg - Bereits zwei Stunden vor Abfahrt stehen die ersten „Fahrgäste“ am Ursberger Josefsplatz bereit. Sie warten jedoch nicht auf einen Bus, der normalerweise hier abfährt. Vielmehr sind es heute chromblitzende Motorräder, Trikes und Gespanne, die die Herzen höher schlagen lassen. Als kurz darauf die ersten Gefährte eintreffen, gibt es kein Halten mehr.
„Für viele unserer Bewohner ist die Motorradausfahrt das Highlight des Jahres“, sagt Willi Engel. Er koordiniert die Veranstaltung im Dominikus-Ringeisen-Werk die seit mittlerweile 13 Jahren stattfindet. Organisiert wird sie, ausschließlich ehrenamtlich, von Inge Subocz-Kandziora und ihrem Team. „Wir sind leidenschaftliche Motorradfahrer und wir wollen Menschen mit Behinderungen eine Freude machen“, sagt sie zur Intention der Veranstaltung. Und dabei haben sie und ihre Mitstreiter viel erreicht in den letzten 13 Jahren. „Mittlerweile sind wir wie eine große Familie, man kennt sich und freut sich auf das jährliche Wiedersehen“, sagt sie noch schnell, bevor sie den nächsten Stammgast begrüßt.
Es geht Schlag auf Schlag an diesem Sonntagmorgen in Ursberg: Die Mitfahrer, Menschen mit Behinderungen aus dem Dominikus-Ringeisen-Werk, werden mit passender Motorradkleidung ausstaffiert während draußen trotz Regens die spannenden Gefährte eintrudeln. Robert Weiß aus Krumbach ist mit seinem Trike zum ersten Mal dabei und sieht es pragmatisch: „Mehr als naß werden kann man doch auch nicht. Dann gibt’s danach eben eine heiße Dusche und trockene Klamotten.“ So sieht das auch Horst Schmittlein aus Kronach der mit seiner BMW-Maschine wohl die weiteste Anreise haben dürfte: „Die 300 Kilometer nehme ich gerne in Kauf, wenn ich sehe, wie vielen Leuten ich hier eine Freude machen kann.“
Bereits zum vierten Mal dabei sind auch Edwin und Elli aus dem Kreis Böblingen. Das Ehepaar ist bereits am Vortag angereist. „Wir fahren mit unseren Trikes gerne über die Landstraße, da braucht man etwas länger“, sagt Edwin. Dass beide schon 72 sind, sieht man ihnen nicht an. Und auch nicht, dass sie erst vor ein paar Jahren mit dem Trike fahren begonnen haben. Die grenzenlose Freiheit sei es, die sie so begeistert, sagt Elli. Und die große Freude, die man in die Gesichter von Menschen mit Behinderungen zaubern könne. „Omas Einsatzfahrzeug“ steht auf ihrem orangefarbenen Trike. Das sei nicht mehr ganz richtig, „mittlerweile bin ich schon Ur-Oma“, erzählt sie stolz.
Eine ganz besondere Geschichte hat auch Gertraud Kili zu erzählen. Sie lebt im Dominikus-Ringeisen-Werk und ist seit der ersten Motorradausfahrt mit dabei. Damals ist sie zufällig bei Ludwig Rupp aus Schrobenhausen aufs Motorrad gestiegen. „Er ist so gut gefahren, dass ich ab diesem Zeitpunkt jedes Jahr mit Ludwig gefahren bin“, sagt sie und lacht. Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt. Und als Anfang des Jahres ihre gesetzliche Betreuerin nach Köln zog und damit zu weit weg wohnte, übernahm Ludwig Rupp kurzerhand deren Aufgabe. Beide hoffen, dass sie noch viele Jahre gemeinsam mit dem Motorrad unterwegs sein können. „Obwohl ich doch schon 76 bin“, sagt Gertraud Kili und schmunzelt.
Um elf Uhr schließlich setzt sich der Tross in Bewegung. Trotz des Regens sind über 50 Motorräder, Trikes und Gespanne gekommen. Damit während der Fahrt nichts passiert, sorgen ehrenamtliche Streckenposten und die Werkfeuerwehr des Dominikus-Ringeisen-Werks für die Sicherheit. Sie kümmern sich darum, dass die Strecke frei ist und sichern Kreuzungen und Gefahrenstellen ab. Vorneweg fährt Polizeihauptmeister Wolfgang Michl von der Verkehrspolizeiinspektion Neu-Ulm mit seiner BMW-Polizeimaschine.
Als eine gute Stunde später ein immer stärker werdendes Brummen die Biker wieder in Ursberg ankündigt, sind alle froh, dass auch dieses Jahr alles gut gegangen ist. Und – Nach der Fahrt ist vor der Fahrt: Die ersten Anmeldungen für das nächste Jahr hat Willi Engel bereits kurz nach der Ausfahrt bekommen. (ml)

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