Dominikus-Ringeisen-Werk
Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Sie befinden sich hier: Aktuelles »


Seitennavigation

Navigation überspringen

Generische Inhalte

Teaser Inhalte

Hauptinhalte

Suche

Unterinhalte


Inhalt der aktuellen Seite

Veranstaltungen

19.01.2018: Offenes Singen in Ursberg
» mehr

26.01.2018: Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus
» mehr

Schnell und sicher online spenden!
Folgen Sie uns auf Facebook!
Melden Sie sich für unseren Newsletter an!
Unterstützen Sie uns mit
Ihrem Online-Einkauf
ohne Extrakosten



Ursberger Laden

Anzünder für Kamin und Grill

Dieser Anzünder ist für jeden Kaminofen geeignet. Sie benötigen kein Anmachholz. Mühevolles klein...

» mehr

Open-Air Konzert im Garten des Dominikus-Ringeisen-Werks Breitbrunn

Viele Besucher kommen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Gut besucht war das Open-Air in Breitbrunn
Gut besucht war das Open-Air in Breitbrunn

(Text/Fotos: bg) Die Schwestern des Klosters hatten extra für schönes Wetter gebetet – und so manchem mag es wie ein kleines Wunder erschienen sein, dass diese Veranstaltung bei strahlend schönen Wetter stattfinden durfte. Bei ungewohnt sommerlichen Temperaturen füllte sich allmählich der wunderschöne Garten des Dominikus-Ringeisen Werks, anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Regina Hermans, die Heimleiterin und Gabi Berger, die Leiterin für Ambulant Betreutes Wohnen hatten gemeinsam überlegt, was sie an diesem Tag auf die Beine stellen könnten. Nur eine Podiumsdiskussion, zu der immer nur ein ganz bestimmter Kreis kommt war ihnen zu wenig – und auch keine Veranstaltung alleine für ihre Heimbewohner und Angehörigen. Das Gemeinsame ist ihnen wichtig und außerdem wollen sie andere Menschen zu ihnen in die schöne Einrichtung holen - und aus diesem Ansinnen heraus entstand spontan die Idee dieses Konzerts.  Gabi Berger machte sich voller Tatendrang an die Planung und so konnten an diesem wunderschönen Abend Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam bei rockiger Livemusik den Aktionstag feiern.

Das Thema „Selbstbestimmtes Leben“ steht beim diesjährigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im Vordergrund. Selbstbestimmt leben heißt, das eigene Leben kontrollieren und gestalten zu können und dabei auch eine Wahlmöglichkeit zwischen Alternativen zu haben. Was für viele Selbstverständlich klingt, ist für Menschen mit Behinderung oft nur ein Wunschtraum. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ – dieses grundlegende Menschenrecht wurde für sie erst 1996 ins Grundgesetz aufgenommen. „Hinzu kommt“, wie Regina Hermans betont, „dass geistig Behinderte immer auf Übersetzer angewiesen sind.“ Sie können ihre Wünsche, z.B. wie oder mit wem sie wohnen wollen, nicht selbstständig artikulieren, aber dies bedeutet keineswegs, dass sie nicht selbstbestimmt leben können. „Denn die Behinderung wird erst ein Problem, wenn die Gesellschaft Menschen mit Beeinträchtigungen ausgrenzt, oder Barrieren bestehen, die Menschen daran hindern, am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilzunehmen.“ (Aktion Mensch e.V.)

„Inklusion“ ist hier ein Schlagwort, das in den verschiedensten Institutionen zunehmend durchgesetzt werden soll und Inklusion wird auch großgeschrieben bei einem relativ neuen Projekt des Dominikus-Ringeisen Werks: das Ambulant Bereute Wohnen, das unter der Leitung von Gabi Berger entstanden ist. Diese Form der Betreuung richtet sich an Menschen, die alleine leben möchten, aber in einigen Lebensbereichen Unterstützung benötigen.

Dezentralisierung ist ein wichtiger Punkt in der Inklusionsdebatte und wurden schon die Ringeisen-Werke von vormals vier auf nunmehr 40 Standorte aufgeteilt, so ist das betreute Wohnen hier ein weiterer wichtiger Schritt. Für viele Menschen mit Behinderung kann dies der Schlüssel sein zu einer selbstbestimmteren Lebensgestaltung und hilft bei einer besseren Integration in den Wohnorten. Es trägt dazu bei, das Miteinander zu fördern – und Miteinander wird auch an diesem Abend groß geschrieben.

Während die verschiedenen Musikgruppen noch mit dem Soundcheck beschäftigt sind, haben die Besucher Gelegenheit, sich über verschiedene Vereine zu informieren, die sich für die Belange von Behinderten einsetzen. So gibt es neben Informationen zu der  „Aktion Mensch“, Stände vom Verein Fortschritt e.V. , der  Gilchinger Selbsthilfegruppe Ohrmuschel und von der Herrschinger Insel.

Doch dann geht’s mit der Musik los! Als erste Gruppe ist die Francis Band an der Reihe, eine Reihe junger Musiker aus der Franziskus-Schule der Lebenshilfe in Starnberg. Hier erhalten junge Menschen mit geistiger Behinderung eine besondere Förderung um sie auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Mit Schlagzeug, Gitarren, Rasseln und anderen Instrumenten rocken sie auf der professionellen Bühne mit einer Begeisterung, die sich bald auf die Zuhörer überträgt. Nach ihrem Abschlusslied „Life is Life“ erhalten sie stürmischen Applaus und es macht einfach Spaß, die Freude über ihren Erfolg zu beobachten!

Stilvoll mit Schlips und Kragen kommt dann die nächste Gruppe auf die Bühne: Dr. SchiWaGu, die bald legendäre Bürgermeisterband bilden auf der Bühne wieder ihre große Koalition (rot, schwarz, farblos) und halten mit ihren gekonnt vorgetragenen alten Klassikern die gute Stimmung in Fahrt. Es ist ein rundum gelungener Abend, der da im Licht der untergehenden Sonne seinen Lauf nimmt. Die Besucher – ob Menschen mit Behinderung oder ohne, Angehörige oder zum ersten Mal hier – sie alle genießen die wunderbare Atmosphäre und die gute Musik, die später noch von drei weiteren regionalen Bands fortgeführt wird. Die Leute vom Inninger Spectacel sorgen für den guten Klang und die Inninger Landjugend für den reibungslosen Verkehr auf den Parkplätzen. Sie alle spielen und helfen heute kostenlos und tragen damit ihren großen Beitrag für ein Stück weit Annäherung bei.

Quelle: Herrschinger Spiegel, Ausgabe 6, Juni 2013

<- Zurück zu: Pressemitteilungen