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Beruf als Berufung

Elisabeth Riebler, Heilerziehungspflegerin

Sie hat in Ursberg ihre zweite Familie gefunden. Die Heilerziehungspflegerin Elisabeth Riebler ist ein Sonderfall im Dominikus-Ringeisen-Werk. Denn sie dürfte so ziemlich die einzige ihres Fachs sein, die seit ihrer Ausbildungszeit ein und dieselbe Gruppe betreut. Das sind immerhin schon 36 Jahre. Und nun ist längst für sie klar: Eine andere Gruppe wird es für sie auch nicht mehr geben, da würde sie lieber ganz aussteigen aus dem Beruf, der ihre Berufung geworden ist.
Er ist ihr zugefallen, wie ein Geschenk des Himmels. Ausgerechnet ihr damaliger Chef, der wusste, dass sie auf der Suche war nach einer sozialen Aufgabe, habe ihr lässig den Ursberger Kalender auf den Schreibtisch geklatscht. „Ich habe ihn gelesen und es war eine Offenbarung. Noch am gleichen Tag habe ich ein Bewerbungsschreiben geschickt.“ Kopfüber stürzte sie sich in das Abenteuer Berufung. Ohne Praktikum, ohne Vorbereitung betrat sie Neuland, kam gleich im ersten Ausbildungsjahr mit einer Ordensschwester auf eine Gruppe. Als die aus dem Kloster ausschied, war sie de facto allein.
1978 hat sie, noch in der Ausbildung, ihre jetzige Gruppe übernommen. Zwei Männer von damals sind bis heute bei ihr. Sie waren auch dabei, als die Umstrukturierung vom Leben im Zwölf-Bett-Schlafsaal zum Wohnen in kleinen Appartements erfolgte. „Das war nicht einfach. Zwar haben sich die Männer gefreut, endlich mehr Intimsphäre zu haben, aber das ungewohnte Alleinsein hat ihnen schwer zu schaffen gemacht.“
Diese Zeit war auch für Elisabeth Riebler nicht einfach. Es gab immer wieder Herausforderungen, die sie bis an ihre Grenzen gebracht haben, wenn Negatives von allen Seiten gleichzeitig auf sie einströmte. Trotzdem, aufgeben kam allen Ernstes nie infrage. „Meine Gruppe ist meine Familie. Und mein Freundeskreis fängt mich auf, wenn ich down oder erschöpft bin.“ Das gute Verhältnis zu den Kollegen stütze sie, „da darf man sich schon mal fallen lassen, sich öffnen und kann gestärkt wieder an die Arbeit gehen.“ Allerdings, ist sich Elisabeth Riebler sicher: „Mit einer eigenen Familie hätte ich diese langjährige Belastung nicht durchgestanden.“ Wenn möglich, möchte sie in drei Jahren Schluss machen. Dann braucht vielleicht ihre Mutter Unterstützung.

Quelle: Mittelschwäbische-Nachrichten vom 30. April 2014

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