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Super findet Cetin Özkul seine Arbeit

Super ist der 26-jährige junge Mann auch bei seinen Kollegen und Vorgesetzten aufgenommen – trotz seines Handicaps

Den Hubwagen „Ameise“ fährt Cetin Özkul gerne. Lange hat er seinen Chef „genervt“, bis er endlich durfte. Bislang macht er es souverän.

(step) Er spricht nicht viel. Wenn man etwas von ihm wissen will, muss man direkt und einfach fragen. Dann bekommt man eine Antwort, knapp und geraderaus. Und weiß sofort, woran man ist. Richtig begeistert reagiert er auf die Frage nach dem Arbeitsplatz: „Super!“ Für den nimmt er sogar täglich fast zwei Stunden Fahrzeit in Kauf, jeden Morgen um kurz nach fünf Uhr mit dem Bus von Krumbach nach Diedorf, kurz nach 14 Uhr bei Schichtende wieder zurück. Die Arbeitsstelle, die ihn so begeistert: Materialtransport, -sortierung und -zubringung bei der Borscheid und Wenig GmbH, Zulieferer der Automobilindustrie.

„Sehr zuverlässig“ und „äußerst pünktlich“

Was auf den ersten Blick gar nicht besonders zu sein scheint, ist es dann aber doch. Der 26-jährige Cetin Özkul hat ein geistiges und zudem ein sprachliches Handicap. Aber er ist voll akzeptiert und integriert in seinem Kollegenkreis, mit dem er im Materiallager der Formteile aus Schaum- und Kunststoff herstellenden Firma arbeitet. Überall hört man über ihn, dass er „sehr zuverlässig“, „äußerst pünktlich“, „immer gut drauf“ ist. Seine Kollegen Florian Schlögel und Adhanasis Kollos loben ihn. Dass er voll dazugehört, zeigt auch, dass er auch außerhalb der Arbeitszeit selbstverständlich mit dabei ist. Wenn die Kollegen abends noch durch das nächtliche Augsburg ziehen, ist Kumpel Cetin Özkul mit von der Partie, wenn dann kein Bus mehr geht, übernachtet er bei einem Arbeitskameraden. In Cetin Özkuls Biografie war das keineswegs vorgezeichnet. Schon bald wurden bei dem Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter Entwicklungsverzögerungen diagnostiziert. Da sich diese vor allem auch im sprachlichen Bereich zeigten, besuchte er das Förderzentrum mit Förderschwerpunkt Hören und weiterer Förderbedarf des Dominikus-Ringeisen-Werks in Ursberg. Dort fühlte er sich offensichtlich wohl, seinen damaligen Lehrer und Schulleiter Siegfried Feistle belegt er jedenfalls mit höchstem Lob, das bei ihm mit „Super!“ zum Ausdruck kommt. Nach der Schulzeit wechselte Cetin Özkul in die Werkstatt für behinderte Menschen. Wie üblich absolvierte er für gut zwei Jahre den Berufsbildungsbereich. In dieser Zeit soll herausgefunden werden, welches Arbeitsfeld das geeignetste ist. Für Cetin Özkul stellte sich der Metallbereich heraus, aber er wollte mehr. Dank langjähriger Geschäftsbeziehungen zur Borscheid und Wenig GmbH kam es 2012 zu einem einwöchigen Schnupperpraktikum, dann zu einem dreimonatigen. Cetin Özkul absolvierte beide mit Bravour, seit dem 1. August 2012 ist er fester Bestandteil des Teams „Thermische Verformung“ – und ein absolut vollwertiges. Lachend erzählt sein Vorgesetzter Christian Stuhler, wie sehr ihn Cetin Özkul genervt habe, den Gabelstapler oder den Hubwagen „Ameise“ fahren zu dürfen. Obwohl er den Führerschein dafür bereits in der Werkstatt für behinderte Menschen gemacht hatte, war doch ein gehöriges Stück Skepsis vorhanden, ob er mitten in der Hektik zwischen den Regalwänden damit klar käme. Schließlich hat man ihn mal probeweise gelassen – und es war überhaupt kein Problem. Özkul macht das souverän und mit größtem Spaß.

Bis jetzt gab es keine Probleme

So wurde die Borscheid und Wenig GmbH zu „seiner Firma“, auch wenn es sich nach wie vor um einen „Außenarbeitsplatz“ der Dominikus-Ringeisen-Werkstätten Ursberg handelt. In regelmäßigen Abständen kommt nämlich Claudia Eisenschmid, Integrationsbegleitung der Werkstätten, vorbei, und bespricht mit Cetin Özkul und seinem Chef Christian Stuhler, ob es irgendwelche Probleme gibt. Die Bilanz nach eineinhalb Jahren Berufstätigkeit dort: keine Probleme.

Eher müsste man Cetin Özkul bremsen. Als vor den letztjährigen Weihnachtsfeiertagen der Betrieb eigentlich geschlossen hatte, um Reinigungsarbeiten durchzuführen, kam er trotzdem aus seiner betreuten Dreier-WG in die Firma: Er konnte doch seinen Chef nicht alleine lassen. Was die Frage nach der Freizeit aufwirft. Trotz Snowboarden und regelmäßiger Muckibude ist Özkuls Urteil eindeutig: „Arbeit ist schöner!“

Auch im Alltag ist er integriert

Besucht man ihn an seinem Arbeitsplatz, kann man nur erstaunt feststellen, was eine aufgeschlossene Firma, kreative Betreuer und ein hoch motivierter junger Mann trotz Handicaps zuwege bringen: Inklusion perfekt – also die Akzeptanz des Menschen in seiner Individualität und die Teilhabe am Alltag in vollem Umfang. Melissa Wenig, Assistenz der Geschäftsleitung bei der Borscheid und Wenig GmbH: „Jederzeit gern, jederzeit wieder!“

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