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"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit" - mit diesen Worten von Karl Valentin eröffnete Frau Doris Öfele die Kunstausstellung mit Werken von Schülern aus der Schule im Haus St. Martin.
Und wirklich - es steckte viel Arbeit darin, bis diese Kunstausstellung stattfinden konnte. Der Anreiz war, Werke zu gestalten, die anschließend die Gänge des Schul- und Wohnbereiches St. Martin schmücken sollten.
In fast allen Klassen wurde dazu im Unterricht mit Papier und Farbe, Händen und Füßen, Schwamm und Farbrolle ... experimentiert und gemalt. Werke berühmter Künstler wie Andy Warhol, Hundertwasser oder Matisse wurden nachgestaltet.
Viele Gäste waren zur Vernissage gekommen, um die Bilder zu bewundern. Feierlich umrahmt war das Ganze von der Veeh-Harfen-Gruppe der Schule. Hauptpersonen waren aber natürlich die Künstler, unsere Schüler, die sichtlich stolz auf ihre Werke waren.
Der Krumbacher Galerist und Maler Sigurd Rakel sprach ein Grußwort, in dem er seine Freude an den Bildern der Schüler äußerte. Ein weiteres Grußwort richtete Schulleiter H. Bestle an die Anwesenden und dankte dem Team unter Leitung von Frau Öfele und Frau Jörg für ihre Arbeit.
Nun freuen wir uns, dass demnächst die Werke unserer Schüler die Wände im Haus St. Martin schmücken werden.
"Malen ist träumen.
wenn ich träume, male ich.
Wenn der Traum zu Ende ist, erinnere ich mich nicht mehr daran, was ich geträumt habe.
Das Bild aber bleibt.
Es ist die Ernte des Traums"
(Friedensreich Hundertwasser)
Ch. Piechatzek-Schlenz
Artikel aus den MITTELSCHWÄBISCHEN NACHRICHTEN
Ursberg. Schon von draußen war zu hören, dass etwas Besonderes in der Aula des Hauses St. Martin des Sonderpädagogischen Förderzentrums stattfindet. Eine Vernissage gehört schließlich nicht zur Tagesordnung. Wichtige Leute waren da, wie der Einrichtungsleiter Johannes Westrich, die Generalvikarin Schwester Katharina Wildenauer, der Künstler Sigurd Rakel, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Lehrer und Eltern.
Gespannt wie Flitzebogen saßen die Kinder, teils mit schweren Behinderungen, vor den ausgestellten Werken, aufgeregt und ein bisschen zappelig. Die Arbeiten, die in den letzten zwei Jahren entstanden, lösten Überraschung und viel Lob aus. Musik der Veeh-Harfengruppe unter der Leitung von Claudia Janetschke erklang.
Die Erzieherinnen Doris Öfele und Sieglinde Jörg hatten das Projekt initiiert, bei dem neuer Wandschmuck für das Haus St. Martin geschaffen wurde. Dabei orientierten sich die Schüler an modernen Malern wie Paul Klee, Pablo Picasso oder an Friedensreich Hundertwasser. Doris Öfele führte durch das Programm: „Wir arbeiteten mit Papier und Farbe, mit Händen und Füßen und merkten dabei: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“
In seiner Ansprache drückte der Künstler und Kunstlehrer Sigurd Rakel seinen großen Respekt vor der Leistung der Kinder aus. Die Werke zeugen von der Leichtigkeit und spielerischen Freude mit denen hier gearbeitet wurde. Durch das haptische und gefühlsmäßige Arbeiten schaffen die Kinder etwas Neues. Es ist ihre Daseinsbewältigung auf eine ganz andere Art und Weise. „Kinder sind in ihrer Welt frei, freier als wir Erwachsenen mit der sogenannten Ratio. Da sind wir in einer Einbahnstraße.“ Rakel zeigte sich beeindruckt von den Bildern, die Bewegung sichtbar machen und von Jackson Pollock stammen könnten. Ebenso ist er begeistert von den rational, in schönen Farben gestalteten Arbeiten, die den Bauhausstil aufgenommen haben. Und dann faszinierte das Bild von Kevin, der „Dr. Doofenschmirz“ porträtiert hat. „Paul Klee wäre stolz darauf!“, meinte Rakel. Er zollte auch den Erzieherinnen seinen großen Respekt, die dem großen Bewegungsdrang der Kinder den richtigen Rahmen für ihre Arbeiten gegeben haben. „Die Kinder öffnen sich durch die Kunst und gehen ganz unbedarft damit um.“
Konrad Bestle, Rektor der Sonderschule, dankte den Künstlern und den Lehrkräften. „Die Welt unserer Kinder hat ihre eigene Ordnung. Sie bilden nicht die Realität ab, vielmehr geben sie diese in der Kunst individuell wider.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten den Kindern den richtigen Rahmen gegeben. Er bedankte sich auch bei Sigurd Rakel: „Ihre Wertschätzung tut uns gut!“
Brigitte Scholz





